Studium in Spanien: Die Hochschulen

Möchten Sie in Spanien an der Hochschule studieren? Hier finden Sie alles über das Hochschulsystem in Spanien.

Unter dem Begriff "Universität" sind die verschiedenen Hochschuleinrichtungen zusammengefasst. Zum Beispiel: Facultades (klassische Fakultäten); Escuelas Técnicas Superiores oder Escuelas Politécnicas Superiores (ingenieurwissenschaftliche Fakultäten); Escuelas Universitarias (Einrichtungen, die nach drei Jahren zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führen).

Das akademische Jahr ist nicht wie in Deutschland in Semester gegliedert. Das Studienjahr beginnt im Oktober und endet Anfang Juni.

Mit dem Universitätsgesetz von 2001 wurden die Voraussetzungen für die Anpassung des spanischen Studiengangssystems an die neue zweistufige Bachelor- und Masterstruktur geschaffen. Demnach soll der erste Abschluss zum Bachelor, der zweite zum Master führen. Dabei sollen die Studierenden für den ersten Studienabschluss 180 bis 240 Kreditpunkte nachweisen, für den aufbauenden Master 60 oder 120 Kreditpunkte.

Die neuen Studiengänge können nach Genehmigung nur eingerichtet werden, wenn gleichzeitig die traditionellen Studiengänge eingestellt werden. Urspünglich sollte dieses bis spätestens Oktober 2006 geschehen. Doch die Umstellung auf die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse ist in Verzug geraten. Die meisten der spanischen Universitäten bilden nach wie vor traditionell aus. Das gegenwärtig in Spanien vorherrschende Studiensystem kennt drei Zyklen und vier Studienmodelle:

1. Studienmodell- Primer Ciclo:

Alle Studiengänge an den Escuelas Universitarias oder Escuelas Universitarias Politécnicas führen nach einem Zyklus (drei Jahre) zum Erwerb eines akademischen Grades ("Diplomado", "Arquitecto Técnico" oder "Ingeniero Técnico"). Dies ist ein Abschluss, der die Absolventen zwar für den Arbeitsmarkt qualifiziert, aber nicht für ein Weiterstudium im zweiten Zyklus. Absolventen dieses Studienmodells können erst nach einem einjährigen Aufbaukurs (Curso de Adaptación) in den zweiten Zyklus wechseln.

2. Studienmodell-Primer y Segundo Ciclo:

Dieses Studienmodell gliedert sich in zwei Zyklen. Der erste Zyklus (Primer Ciclo) dauert zwei bis drei Jahre. Studieninhalt: Allgemeinbildung und Studium in einem Schwerpunktgebiet. Der zweite Zyklus (Segundo Ciclo) dauert ebenfalls zwei bis drei Jahre. Studieninhalt: Vertiefung der Fachkenntnisse im gewählten Studienfach. Dieses Studienmodell ermöglicht keinen Abschluss nach dem ersten Zyklus, sondern erst nach dem zweiten. Langzeitstudiengänge an klassischen Fakultäten führen zum Erwerb des akademischen Grades "Licenciado/a". Diesen Titel führen Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge genauso wie Absolventen eines Medizinstudiums.

Langzeitstudiengänge an den ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten führen zu den Abschlüssen "Arquitécto Superior" oder "Ingeniero Superior".

3. Studienmodell Primer y Segundo Ciclo:

Es gibt Studiengänge, die zwei Zyklen umfassen, aber nach dem ersten Zyklus einen berufsqualifizierenden Abschluss ermöglichen.

4. Studienmodell Tercer Ciclo:

Das Promotionsstudium sattelt auf die Abschlüsse "Licenciado/a", "Arquitécto Superior" oder "Ingeniero Superior" auf. Für den Erwerb des Doktortitels ist eine Dissertation zu verfassen, die öffentlich verteidigt werden muss. Das Promotionsstudium dauert etwa zwei Jahre.

Zulassung und Bewerbung:

Voraussetzung für ein Studium an einer spanischen Universität ist der spanische Sekundarschulabschluss II (Bachiller) oder ein Äquivalent (etwa das deutsche Abitur). Inhaber der Fachhochschulreife müssen im Einzelfall klären, zu welchen Studiengängen sie zugelassen werden können. Das Hochschulzugangszeugnis muss vom spanischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft anerkannt sein (Homologación).

Neben der Hochschulreife müssen Studienbewerber und -bewerberinnen eine Eignungsprüfung (Selectividad) bestehen. Für ausländische Studierende ist diese Prüfung zugleich ein Sprachtest, da man diese Prüfung ohne verhandlungssicheres Spanisch nicht bestehen kann.

Unterrichtssprache ist Spanisch. Wer in Galicien, im Baskenland oder katalanischen Sprachraum studieren möchte, muss damit rechnen, dass ein Teil der Lehrveranstaltungen in der jeweiligen Regionalsprache abgehalten wird.

Eine Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen gibt es nicht. Die Fachbereiche der Universitäten legen den lokalen Numerus clausus für bestimmte Fächer fest. Er bezieht sich nicht nur auf die Abiturnote, sondern auch auf die Gesamtnote der Eignungsprüfung. Auskunft zum Zulassungsverfahren erteilt die Zieluniversität.  


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